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Säugetiere

C.Hug-Fleck
„Impala“


Kategorie: Tiere
Rubrik: Säugetiere
Hochgeladen: 04.02.2016
Kommentare: Favoriten7
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Abonnenten: Favoriten4
Kamera: SLT-A65V
Objektiv: 70-400mm F4-5.6 G SSM
Blende: f/5.6
Brennweite: 360 mm
Belichtung: 1/320 sec
ISO: 200
Keywords: –


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Kommentare zum Bild

HorstN
04.02.2016

Ein ehrliches Wort von mir, Chris: abgeschnittene Ohren bei einer Impala gehen gar nicht! Außerdem sollte die Schärfe auf den Augen liegen. Wenn ich mir deine anderen tollen Bilder so ansehe: das kannst du doch besser!
LG Horst

C.Hug-Fleck
05.02.2016

Lieber Horst,
wie du siehst geht es doch.
Wenn in der künstlerischen Gestaltung einer dem Anderen kategorisch wertend sagt, sagt "was gar nicht geht" und "was soll", hat er die Regeln der freien künstlerischen Gestaltung nicht ganz überblickt. Das meine ich ganz generell und nicht nur auf deine Bildkritik bezogen. Lebt die Fotografie als eine besonders reizvolle Option der künstlerischen Artikulation, wie alle künstlerischen Ausdrucksformen, von ständig neuen Ansätzen und Interpretationsmöglichkeiten? Ohne diesen künstlerischen und generell kulturellen Entwicklungsprozess, würden wir ja immer noch einfach nur das ewig Gleiche reproduzieren.

Eine Formulierung wie: Ich würde...., warum legst du die Schärfe auf die Nüstern..... oder: intereessant, warum machst du das so....., würde eine fruchtbare Diskussion für alle eröffnen. Kategorische Vorschriften machen eine offenen Kommunikation leider nur sehr sehr schwer, vielleicht sogar unmöglich.

Ich erlebe es im weltweiten Vergleich leider als sehr deutsch, Arbeiten, Kulturen und Denkweisen Anderer einer kategorische Wertung zu unterziehen, ohne Interesse am "anders arbeiten, anders denken und generell anders sein" zu zeigen. Und zu fragen: Warum ist es anders - schade!
Gruß
Chris

HorstN
05.02.2016

OK, lieber Chris, dann bin ich gespannt auf deine Erläuterungen, WARUM die Schärfe deiner Meinung nach besser auf den Nüstern liegt und WARUM man die Ohren anschneiden sollte ... :-)
Gruß
Horst

C.Hug-Fleck
05.02.2016

Ich habe versucht klar zu machen, dass es mir genau nicht um die die alten polarisierenden Kategorien "besser-schlechter", "richtig-falsch" oder "muss-soll" geht, schon gar wenn es um persönliche und damit subjektive Interpretationen geht. Denn scheinbar objektiven Kategorien sind ja letztlich wieder subjektiv und widersprechen so subjektivem Wahrnehmen im Sinne von gut oder schlecht. Da führen kategorische Wertungen schon rein philosophisch ins Leere.

Aus diesem Grund möchte ich meine Fotos nicht rechtfertigen. Selbst die größten Künstler (ich bin wirklich keiner Künstler) sagen meist kein Wort zu ihren Werken.
Fotos und Darstellungen allgemein - davon bin ich überzeugt - wirken wie sie eben auf jeden einzelnen Betrachter wirken. Wenn ich Worte bemühen muss, damit sie "richtig" wahrgenommen werden, nützen die Worte auch nichts, denn die Darstellung ändert sich ja dadurch nicht. Ich würde ja dem Betrachter damit unterstellen, dass seine Wahrnehmung falsch ist. Umgekehrt unterstellt der Betrachter mit seiner Wertung "falsch" und "geht gar nicht", dass der Urheber per se falsch arbeitet oder darstellt. Fotografie lässt sich eben nicht mit den Maßstäben einer Naturwissenschaft empirisch messen und zählen. Ich möchte das jedenfalls nicht, sonst ist sie für mich tot.

Wie oben schon festgestellt, erscheint mir ein vertiefender Gedankenaustausch unter solchen Ansätzen nicht zielführend. Wie sagt schon Paul Watzlawick: "80 Prozent der Kommunikation sind Missverständnisse".

Wenn dir dieses Bild nicht gefällt dann sag, dass es DIR nicht gefällt, das kann ich akzeptieren - null Problem! Aber bitte verallgemeinere nicht, wir sind hier nicht in der Oberschule. Ich gehe auch davon aus, dass in diesem Forum niemand eine Deutungshoheit hat. Zumal, dies ja nur eine drastische technische Reduzierung der Originalaufnahme ist - aber das nur ganz nebenbei bemerkt ;-)

Gruß
Chris

Peter Wahlich
10.02.2016

Lieber Chris, ich kann deine Einlassungen zu fast 100% teilen und finde es sehr gut, dass du sie hier so pointiert auszudrückst. So weit, so gut...
Mir persönlich allerdings hat sich erst auf den zweiten Blick und besonders durch deine Erklärungen dieses feine Foto in seiner tiefsinnigen Bildgestaltung und -sprache erschlossen. Nun erst kann ich ich es richtig gut, ja genial (gemacht), finden...
Insofern euch beiden, Horst für die ungeschminkte Kritik und dir Chris für deine offenen Worte, vielen Dank für eure gehaltvolle Auseinandersetzung...
Allerdings scheint es mir so zu sein, dass es nur Fotografen, die sich schon einen gewissen Namen in der Szene erworben haben, "erlaubt" ist, solche "kunst"voll gestalteten Arbeiten abzuliefern. Alle anderen, insbesondere unter awardkriterien, würden mit solch einem Bild sang- und klanglos durchfallen, dessen bin ich mir sicher.
Und, auch wenn du ihn im Sinne der sog. künstlerischen Freiheit ganz bewußt dort belassen haben solltest, mich persönlich stört der dunkle (Insekten-) Punkt rechts neben dem Impalakopf, da er meinen Blick wegzieht von dem feinen Impala-Näschen ☺ .
lg peter

C.Hug-Fleck
10.02.2016

Lieber Peter,
schön von dir zu lesen. Und schön, dass du das Foto "erkannt" hast.

Zur Fliege: Ich habe mir länger überlegt, ob ich diese (störende) Fliege wegstempeln soll - nichts einfach als das. Doch ich habe sie schließlich gelassen, weil tausende von Fliegen die Tiere umschwirren. Mir hätte es sogar besser gefallen, wenn es mir gelungen wäre noch viel mehr der plagenden Insekten um die besonders ästhetische Schnauze einzufangen. Eine Fliege kann das aber nicht erreichen. Nun gut - ich habe sie gelassen. Sicher: sie stört den Blick, aber die Ästhetik des Tieres ist in Natur eben auch nicht makellos.

Wenn wir schon über Kunst in der Fotografie" sprechen finde ich, dass makellose Wettbewerbsfotografie extrem schön sein kann. Das ist für mich die Barbie-Disziplin. Da ist für mich auch jede Retusche, jeder Filter, jede andere Manipulation legitim. Fotokunst ist für mich aber dann interessant, wenn neben einer anziehenden oder faszinierenden Schönheit als Aufmerksamkeitsfunktion auch Widersprüche, Brüche, Spannungen und - ja - auch Störendes dabei ist ,solange es sich nicht um Effekthascherei handelt, sondern um authentische Teile der Abbildung. Das kann sehr vordergründig aber auch sehr subtil sein.

Fotografie bietet so viele Ausdrucksmöglichkeiten, die blanke und makellose Schönheit ist nur eine davon, aber eben nur eine unter tausenden.

Logisch ist dieses Foto überhaupt nicht wettbewerbsfähig. Da stimme ich mit dir völlig überein - keine Diskussion! Aber es ist ja an diesem Platz eben genau keine Fotowettbewerb - das macht den Unterschied.
Fotowettbewerbe legen ganz bestimmt Bewertungskriterien an und wer eine gute Platzierung erreichen will, muss sich an diesen Kriterien messen lassen. Deshalb nehme ich an solchen Wettbewerben niemals teil. Und ich finde es klasse, dass der fotoforum Award an anderer Stelle seinen festen Platz hat.

Ich wünsche mir hier einen kollegialen Austausch mit offenen Augen, freiem Geist und respektvollen Bildbesprechungen.

Lieber Peter, danke dafür!
LG Chris

C.Hug-Fleck
10.02.2016

PS:
Die abgeschnittenen Ohren sind wie die angeschnittene Stirn im Portrait. Der Anschnitt überbrückt die Distanz zum Objekt und schafft mehr Direktheit. Es legt die Detailbetrachtung "nahe".
Die Größe der Ohren ist dennoch klar zu erkennen. UND: der für mich wundervolle geschwungene Bogen zum Rücken ist bleibt auch erhalten.