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Marodes und Ruinen

Hartmut Frentz
„Insolvenz“


Die Porzellanmanufaktur Kahla befindet sich wiederholt im Insolvenzverfahren. Den bisherigen Investoren und Geschäftsführern, einem Ex-Rosenthal-Manager und dem Chef des Schreibgeräteherstellers Senator, gelang es nicht, den Abstieg des Unternehmens aufzuhalten. Gründe hierfür sind diesmal die anhaltend hohen Energiepreise und eine zu geringe Nachfrage.  Die seit dem 1. Februar von der EU auf den Import von Porzellan- und Keramikwaren aus China erhobenen Schutzzölle von 79 Prozent kommen zu spät. Ein ausländischer Unternehmer zeigt aktuell Interesse an der Manufaktur. Der Insolvenzverwalter bereitet das Auslaufen der Produktion mit ersten Kündigungen vor. Die Belegschaft befürchtet lediglich den Kauf des Markennamens und die Verlagerung der Produktion ins Ausland. Das Kahla-Werk war bereits zweimal Drehort für „Tatort“-Krimis.
Kategorie: Architektur
Rubrik: Marodes und Ruinen
Hochgeladen: 22.08.2026
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Kamera: LEICA D-Lux 8
Objektiv: DC VARIO-SUMMILUX 1:1.7-2.8/10.9-34 ASPH.
Blende: f/1.8
Brennweite: 11.6 mm
Belichtung: 1/100 sec
ISO: 200
Keywords: Besondere Orte, Kahla,
Verfall


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Kommentare zum Bild

PeSaBi
22.08.2026

Während im Vorgängerbild der derartige Verfall noch nicht erkennbar war, ist er hier, mit Deinem Perspektivwechsel, nicht mehr zu leugnen ...
schlimm für die Arbeitnehmer und ihre Befürchtungen sind nicht von der Hand zu weisen :( ...
aber das Foto ist Lost-Place-Fotografie par excellence ...
HG - Petra

Lothar Mantel
23.08.2026

Dunkle schwarzbraune Farbtöne, die sich wunderbar ergänzen, ein fahles Licht und viele grafische Elemente fügen sich zu einer Lost-Place-Fotografie par excellence zusammen. Dem goldenen Schnitt entsprechend ist dein Bildaufbau perfekt inszeniert - die vertikalen Elemente gliedern entsprechend die Anordnung der Fenster und der Tür (3:2). Insbesondere im linken und rechten Fenster ergeben sich verfallsbedingt grafische Strukturen, die surrealen Kunstwerken entstammen könnten; befördert von dem kühlen Oberlicht in den Räumen. Für diese Geschichte ist nach meinem Empfinden die Farbe unbedingt wichtig. Eine Schwarzweißfotografie könnte sicherlich nicht diese Untergangsstimmung transportieren. Mit deinem Gespür für das richtige Bild, Hartmut, hast du wieder einmal ein Highlight geschaffen. ()

LG Lothar

Werner Schabner
23.08.2026

Da kann ich mich Lothar nur anschließen, was die fotografische Analyse deines Bildes betrifft.
Und was die politischen Ursachen für solche Miseren betrifft, so möchte ich hier gar nicht so ausführlich darüber schreiben, wie ich darüber denke, sonst wäre ich kurz davor, mich wieder aufzuregen.
Jedenfalls hat dein Bild in dieser düsteren Farbgebung eine deutliche Aussage.
VG Werner

Otto Plohmann
23.08.2026

Da schließe ich mich gerne an.
Großartig.

VG Otto

brimula
23.08.2026

Düster sieht das aus aber wie schon gesagt...sehr gut ins Bild gesetzt diese Stimmung ...das Marode...

gruss brigitt@oo

pixel.maler
23.08.2026

Ein absolut morbides Bild in Perfektion. Aus dieser Sicht kann man sich nicht mehr vorstellen, dass es hier noch einmal zu einer Produktion kommt? Doch sind wir nicht alle selbst am Niedergang der kleineren Handwerks- und Produktionsbetriebe schuld. Suchen wir nicht täglich nach dem billigsten Angebot im Internet, bestellen es dann auch dort. Also müssen doch zwangsläufig die heimatlichen Betrieb auf Sicht schließen, wie die Geschäfte in unseren Innenstädten. Denn wo nichts gekauft wird, da wird auch nichts verdient, ohne Gewinn geht es nun mal nicht. Also rufen wir nicht schon wieder nach der Politik, sondern ändern unser eignes Verhalten. Das soll nicht heißen, ich bin mit den Entscheidungen unserer Politik immer einverstanden. Doch die Versäumnisse reichen mindestens schon fünfzig Jahre zurück. Da mir diese Gedanken durch den Kopf gehen, bin ich doch erstaunt was so ein Bild bewirken kann.

Viele Grüße aus AB (Erich)

oestrich74
23.08.2026

Ein klassisches lost places Foto mit der passenden düsteren Stimmung. Das Abfallrohr bzw. dessen Verlauf und der Handlauf im rechten unteren Bildbereich hast du als fotografisches Geschenk top genutzt.
LG Michael

arteins
23.08.2026

Es ist immer wieder bedauerlich, wenn Traditionsunternehmen in die Insolvenz gehen müssen.
Dann enden sie meistens so, wie deine beiden Bilder eindrucksvoll zeigen. Ein Fluch der Globalisierung.
VG Wolfhart

eksfotos
24.08.2026

Dein Bild spiegelt wieder was und wie die Beschäftigten sich fühlen. Es kann einen schon aus der Bahnwerfen.

Ein wunderbares Zeitdokument.

Viele Grüße
eckhard

EsKa67
24.08.2026

Die traurige Folge von wirtschaftlichen Fehlentscheidungen und den Geiz-ist-geil im Internet Kaufentscheidungen so vieler von uns... die Traditionsunternehmen können nicht mithalten. Während das Vorgängerbild noch etwas leicht Verklärtes hatte, trifft hier der Hammer der Realität. Fotografisch bestens getroffen, Hartmut. LG, Sabine

Elisabeth Sandhage
04.09.2026

Lieber Hartmut,
Du zeigst uns hier eine sehr informative wie auch ernüchternde Reportage in passenden und stimmungsvollen Bildern, die Du mit entsprechenden Texten begleitest.
Ich lese erstmal weiter.
LG Lisa