Asien
„Wasser marsch !“
Das Foto ist selbstredend. Wie es dazu kam beschreibe ich weiter unten. Den Auslöser meiner Kamera musste allerdings meine Frau betätigen. Aber ich wollte das Foto nicht einfach auf der Festplatte verschwinden lassen. Zum Tierschutz habe ich mich auch zum Schluss geäussert.
…...........................
Wie kam es dazu ?
Elephant Nature Park in Chiang Mai, Thailand.
Der „Elephant Nature Park“ ist eine der bekanntesten Einrichtungen in Thailand, die sich für das Wohl der Elefanten einsetzen. Hier konnten Besucher die Elefanten füttern, baden und damals sogar auf ihnen reiten, während sie sicher sein konnten, dass die Tiere gut behandelt werden.
Vor dem Reiten bietet der Park auch die Möglichkeit, mehr über Elefanten und ihren Schutz zu erfahren.
Nachdem wir die beeindruckende Anlage besucht hatten, konnte auch wir am Ende des Rundgangs wählen, ob man einen kleinen Ausflug auf einem Elephantenrücken machen möchte. Unser Sohn und ich waren bereit dazu. Meine Frau wollte sich lieber das Ereignis von unten ansehen.
Also, zuerst ein paar Bananen als Begrüßung in Richtung Elephantenrüssel gehalten und in seine Augen sehen. Damit war der Aufstieg genehmigt und wir kletterten über eine kleine Treppe neben dem Elephanten, um bequem auf den Rücken aufsteigen zu können. Geschafft.
Dann gab der Führer seinem Elephanten einen leisen Befehl und los ging es in einem gemütlichen Tempo. Etwa 5 Elephanten bildeten die Kolonne, die immer tiefer in den Dchungel auf einem schmalen Pfad entlang liefen. Unser Körpergewichte waren für den Elephanten unerheblich. Wir waren wie Fliegen auf seiner groben Lederhaut. Diese Elephanten wiegen schliesslich bis zu 5,5 to. Da sind unsere paar Kilos ohne Bedeutung.
Nach einer Weile erreichte die Kolonne einen kleinen Fluss, der nur ein paar Zentimeter tief war. Zwei Elephanten mit Touristen vor uns liefen einfach durch das Wasser hindurch und somit weiter den Pfad entlang. Unser Elephant blieb aber stehen. Ich dachte, dass er (sie ?) vielleicht durstig ist und eine kleine Pause braucht.
Dann schaute der Elephantenführer zu uns hoch und fragte uns: Yes ?..... Wir schauten ihn an und verstanden nicht, was er wollte. Dann ein zweites Mal: yes ?... Daraufhin fragte ich zurück: What you mean, don`t understand ? - Seine Antwort in Form einer weiteren Frage war aber nur: yes or no ? …. und lachte noch ein wenig dazu. Was hatte das zu bedeuten ?
Egal- um dem ineffektiven „Gespräch“ ein Ende zu bereiten antwortete ich einfach mal mit: yes ! - was auch immer das zur Folge haben würde.
Damit wandte sich der Führer seinem Elephanten zu und gab ihm ein „Losungswort“, was wir natürlich nicht verstanden. Wir sahen plötzlich den Rüssel, der sich langsam von unten kommend in unsere Richtung empor bog. Ich dachte, dass wir jetzt eine kleine Musikeinlage mit einem lauten „Törööö“ hören werden. Aber das war ein Trugschluss. Stattdessen ertönte ein weiteres Mal ein Losungswort an den Elephanten, was vermutlich übersetzt lautete: Wasser marsch !
Bevor wir begriffen, dass wir gemeint waren, kam uns ein gebündelter Wasserstrahl entgegen und durchnässte uns von oben bis unten. Wir konnten nur noch die Augen schliessen und laut lachen. Kaum, dass wir die Situation verstanden und einigermaßen „normal“ reagierten, kam der Rüssel noch einmal in unsere Richtung! Und wieder hieß es: Wasser marsch !.... Aber jetzt konnten wir uns beide etwas ducken, was uns allerdings auch nicht viel half.
Ein Elephantenrüssel kann bis zu 10 Ltr. Wasser innerhalb Sekunden aufnehmen. Das erfolgt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 540 km/h. Der Ausstoss ist wohl etwas geringer, was uns aber nicht unbedingt beruhigte.
Dann war der Überfall vorbei. Aber nicht nur wir hatten unseren Spaß an dieser Situation.
In einer geringen Entfernung von unserem Standort entfernt ging eine kleine Holzbrücke über den Fluß. Auf dieser Brücke standen alle anderen Touristen, die nicht die Tour mitgemacht hatten und warteten nur darauf, dass ein Elephant seinen C-Schlauch füllt und uns damit „erfreute“. So hatte schliesslich jeder seinen Spaß daran. Zum Glück hatte meine Frau den richtigen Moment erwischt.
Abgesehen vom Überraschungseffekt war diese Aktion garnicht mal so übel für uns. Da die Sonne sehr heiß schien und der Regenwald viel Luftfeuchtigkeit verbreitete, waren wir vorher schon den ganzen Tag verschwitzt und es war unangenehm schwül. Da kam uns die Abkühlung ganz gelegen. Die nasse Kleidung trocknete recht schnell. Damit war alles wieder gut.
Nach der Dusche ging es gemütlich wieder zurück zum Ausgangspunkt. Jetzt bekam der Elephant noch einmal eine Portion Bananen zum Dank und Abschied. Es war ein unvergessenes Erlebnis für uns und die Anwesenden. Der Elephant kannte die Prozedur allerdings schon...
Allerdings habe ich lange überlegt, ob ich das Foto überhaupt zeigen soll. Warum ? Zum Tierschutz äußere ich mich hier noch dazu.
In der Vorbereitung zu dieser Rundreise haben wir auch über diese und andere Elephantenaufzuchtstationen gelesen. Es war und ist uns wichtig, dass es den Tieren gut geht und wir nicht fragwürdige Haltungen nutzen wollten. Diese Elephantenaufzucht war vorbildlich und kümmert sich um die Tiere. Eine Kettenhaltung oder den berüchtigten „Elephantenhaken“ zur Lenkung des Elephanten wurden dort nicht verwendet. Das hätten wir abgelehnt.
Nach vorheriger Internetrecherche wurde diese Auffang- und Aufzuchtstation sehr positiv bewertet. Natürlich sind diese Tiere in Thailand nicht nur heilig in der Religion. Sie werden auch wie Haustiere als Arbeitstiere in der Forstwirtschaft benötigt. Mittlerweile ist lt. heutiger Recherche sogar in dieser Station auch das Reiten auf Elephanten nicht mehr möglich.
Der Mensch hat sich im Laufe seiner Entwicklung immer Tiere aus der freien Natur zu Nutz- und Haustieren gemacht. So sind Rinder, Ziegen, Schweine, Schafe, Hühner, Gänse, Enten, Fische und andere Tierarten zu Nutztiere, teilweise auch zu Arbeitstiere geworden.
Während Pferde, Esel, Kamelarten, Lama, Alpaka, Känguru, Hunde, Katzen, Vögel und Elephanten zu Haustieren (aber auch zu Nutztieren) vom Menschen gehalten werden. Sie alle waren mal Lebewesen in freier Natur, die der Mensch für seine Bedürfnisse der Natur entnommen hat.
Jedes dieser Tierart sollte entsprechend seiner Bestimmung immer gut behandelt werden. Ein Hund empfindet eine schlechte Behandlung genauso wie ein Elephant oder Kanarienvogel im Käfig. Natürlich wäre ein Leben dieser Tiere in freier Wildbahn erst einmal besser. Aber die Umweltbedingungen haben sich im Laufe der Jahrhunderte drastisch verändert. Eine Umkehr zur Tierhaltung in freier Natur ist meistens nicht mehr möglich. Entweder fehlt es an unberührter Naturfläche oder kriminelle Menschengruppen versuchen die Tiere wegen der nicht endenden Profitgier (z.B. Stosszähne von Elephanten) zu töten. So bleiben oft nur geschützte Räume oder Flächen, die der Mensch zu überwachen versucht. Ob allerdings ein Zoo oder ein Fischbecken im Wohnzimmer der richtige Ort dafür ist möchte ich auch bezweifeln. Tierparks oder große Schutzareale sind schon besser, aber auch anfälliger gegen Missbrauch (Wilderer).
Vermutlich erhalte ich jetzt noch einige „Gegenargumente“ von anderen Tierschützern, die mein Reiten auf den Elephanten verurteilen. Der Vorgang ist für mich mit einem Pferderitt vergleichbar gewesen. Entscheident ist die Tierhaltung und Behandlung davor und danach. Beides muss stimmen. Ansonsten müsste man jegliche Tierhaltung durch den Menschen ablehnen. Egal ob es sich um ein Nutz- oder Haustier handelt. Jedes Ei, was ein Huhn legt, wird dem Tier weggenommen, obwohl es für den Fortbestand der Tiergattung bestimmt ist. So will es die Natur. Wissen wir, wie sehr ein Huhn darunter leidet ? Nein, wissen wir nicht und wollen das auch nicht wissen. Ist ein Kanarienvogel im Käfig zu Hause glücklich ? Ein Elephant, Bär, Affe oder Giraffe im Zoo ? Mit Sicherheit nicht. Aber wir machen es, weil es dem Menschen nützt und nicht dem Tier.
Damit Mensch und Tier gerecht und friedlich zusammenleben können, braucht es vor allem einen Perspektivwechsel: Weg von der Vorstellung, dass das Tier eine Sache oder ein reiner Nutztierfaktor ist, hin zur Anerkennung als Mitgeschöpf. Hierzu habe ich eine gute Aussage gefunden, die den ethischen Umgang mit Tieren beschreibt:
Respekt vor der Integrität: Tiere sollten als Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und Schmerzempfinden wahrgenommen werden. Das bedeutet, ihnen ein Leben zu ermöglichen, das ihren biologischen und sozialen Instinkten entspricht (Artgerechtigkeit).
Vermeidung von Leid: Ein zentraler Punkt ist die Minimierung von vermeidbarem Schmerz. Das betrifft vor allem die industrielle Massentierhaltung, Tierversuche und Unterhaltungsformen, die auf Zwang basieren.
Schutz der Lebensräume: Gerechtigkeit bedeutet auch, den Tieren ihren Platz auf der Erde zu lassen. Der Erhalt von Wildnis und der Schutz vor Artensterben sind essenziell, damit Tiere friedlich in ihren eigenen Ökosystemen existieren können.
Verantwortungsbewusstsein: Da der Mensch die Umwelt dominiert, trägt er die moralische Verantwortung für jene, die sich nicht selbst schützen können. Das reicht von der achtsamen Haustierhaltung bis hin zu politischen Gesetzen, die Tierrechte stärken.
Bewusster Konsum: Ein friedliches Miteinander wird auch durch unsere täglichen Entscheidungen beeinflusst. Die Reduktion tierischer Produkte oder die Wahl ökologischer Alternativen entlastet die Tierwelt massiv. Letztlich geht es um Empathie: Die Frage „Wie würde ich behandelt werden wollen, wenn ich an seiner Stelle wäre?“ ist oft der beste Kompass für ein gerechtes Miteinander.
Ein Leben ohne Tiere auf der Erde ist für uns Menschen nicht möglich. Ein Leben ohne Menschen für das Tier schon. Das sollte uns immer bewusst sein.
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Wie kam es dazu ?
Elephant Nature Park in Chiang Mai, Thailand.
Der „Elephant Nature Park“ ist eine der bekanntesten Einrichtungen in Thailand, die sich für das Wohl der Elefanten einsetzen. Hier konnten Besucher die Elefanten füttern, baden und damals sogar auf ihnen reiten, während sie sicher sein konnten, dass die Tiere gut behandelt werden.
Vor dem Reiten bietet der Park auch die Möglichkeit, mehr über Elefanten und ihren Schutz zu erfahren.
Nachdem wir die beeindruckende Anlage besucht hatten, konnte auch wir am Ende des Rundgangs wählen, ob man einen kleinen Ausflug auf einem Elephantenrücken machen möchte. Unser Sohn und ich waren bereit dazu. Meine Frau wollte sich lieber das Ereignis von unten ansehen.
Also, zuerst ein paar Bananen als Begrüßung in Richtung Elephantenrüssel gehalten und in seine Augen sehen. Damit war der Aufstieg genehmigt und wir kletterten über eine kleine Treppe neben dem Elephanten, um bequem auf den Rücken aufsteigen zu können. Geschafft.
Dann gab der Führer seinem Elephanten einen leisen Befehl und los ging es in einem gemütlichen Tempo. Etwa 5 Elephanten bildeten die Kolonne, die immer tiefer in den Dchungel auf einem schmalen Pfad entlang liefen. Unser Körpergewichte waren für den Elephanten unerheblich. Wir waren wie Fliegen auf seiner groben Lederhaut. Diese Elephanten wiegen schliesslich bis zu 5,5 to. Da sind unsere paar Kilos ohne Bedeutung.
Nach einer Weile erreichte die Kolonne einen kleinen Fluss, der nur ein paar Zentimeter tief war. Zwei Elephanten mit Touristen vor uns liefen einfach durch das Wasser hindurch und somit weiter den Pfad entlang. Unser Elephant blieb aber stehen. Ich dachte, dass er (sie ?) vielleicht durstig ist und eine kleine Pause braucht.
Dann schaute der Elephantenführer zu uns hoch und fragte uns: Yes ?..... Wir schauten ihn an und verstanden nicht, was er wollte. Dann ein zweites Mal: yes ?... Daraufhin fragte ich zurück: What you mean, don`t understand ? - Seine Antwort in Form einer weiteren Frage war aber nur: yes or no ? …. und lachte noch ein wenig dazu. Was hatte das zu bedeuten ?
Egal- um dem ineffektiven „Gespräch“ ein Ende zu bereiten antwortete ich einfach mal mit: yes ! - was auch immer das zur Folge haben würde.
Damit wandte sich der Führer seinem Elephanten zu und gab ihm ein „Losungswort“, was wir natürlich nicht verstanden. Wir sahen plötzlich den Rüssel, der sich langsam von unten kommend in unsere Richtung empor bog. Ich dachte, dass wir jetzt eine kleine Musikeinlage mit einem lauten „Törööö“ hören werden. Aber das war ein Trugschluss. Stattdessen ertönte ein weiteres Mal ein Losungswort an den Elephanten, was vermutlich übersetzt lautete: Wasser marsch !
Bevor wir begriffen, dass wir gemeint waren, kam uns ein gebündelter Wasserstrahl entgegen und durchnässte uns von oben bis unten. Wir konnten nur noch die Augen schliessen und laut lachen. Kaum, dass wir die Situation verstanden und einigermaßen „normal“ reagierten, kam der Rüssel noch einmal in unsere Richtung! Und wieder hieß es: Wasser marsch !.... Aber jetzt konnten wir uns beide etwas ducken, was uns allerdings auch nicht viel half.
Ein Elephantenrüssel kann bis zu 10 Ltr. Wasser innerhalb Sekunden aufnehmen. Das erfolgt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 540 km/h. Der Ausstoss ist wohl etwas geringer, was uns aber nicht unbedingt beruhigte.
Dann war der Überfall vorbei. Aber nicht nur wir hatten unseren Spaß an dieser Situation.
In einer geringen Entfernung von unserem Standort entfernt ging eine kleine Holzbrücke über den Fluß. Auf dieser Brücke standen alle anderen Touristen, die nicht die Tour mitgemacht hatten und warteten nur darauf, dass ein Elephant seinen C-Schlauch füllt und uns damit „erfreute“. So hatte schliesslich jeder seinen Spaß daran. Zum Glück hatte meine Frau den richtigen Moment erwischt.
Abgesehen vom Überraschungseffekt war diese Aktion garnicht mal so übel für uns. Da die Sonne sehr heiß schien und der Regenwald viel Luftfeuchtigkeit verbreitete, waren wir vorher schon den ganzen Tag verschwitzt und es war unangenehm schwül. Da kam uns die Abkühlung ganz gelegen. Die nasse Kleidung trocknete recht schnell. Damit war alles wieder gut.
Nach der Dusche ging es gemütlich wieder zurück zum Ausgangspunkt. Jetzt bekam der Elephant noch einmal eine Portion Bananen zum Dank und Abschied. Es war ein unvergessenes Erlebnis für uns und die Anwesenden. Der Elephant kannte die Prozedur allerdings schon...
Allerdings habe ich lange überlegt, ob ich das Foto überhaupt zeigen soll. Warum ? Zum Tierschutz äußere ich mich hier noch dazu.
In der Vorbereitung zu dieser Rundreise haben wir auch über diese und andere Elephantenaufzuchtstationen gelesen. Es war und ist uns wichtig, dass es den Tieren gut geht und wir nicht fragwürdige Haltungen nutzen wollten. Diese Elephantenaufzucht war vorbildlich und kümmert sich um die Tiere. Eine Kettenhaltung oder den berüchtigten „Elephantenhaken“ zur Lenkung des Elephanten wurden dort nicht verwendet. Das hätten wir abgelehnt.
Nach vorheriger Internetrecherche wurde diese Auffang- und Aufzuchtstation sehr positiv bewertet. Natürlich sind diese Tiere in Thailand nicht nur heilig in der Religion. Sie werden auch wie Haustiere als Arbeitstiere in der Forstwirtschaft benötigt. Mittlerweile ist lt. heutiger Recherche sogar in dieser Station auch das Reiten auf Elephanten nicht mehr möglich.
Der Mensch hat sich im Laufe seiner Entwicklung immer Tiere aus der freien Natur zu Nutz- und Haustieren gemacht. So sind Rinder, Ziegen, Schweine, Schafe, Hühner, Gänse, Enten, Fische und andere Tierarten zu Nutztiere, teilweise auch zu Arbeitstiere geworden.
Während Pferde, Esel, Kamelarten, Lama, Alpaka, Känguru, Hunde, Katzen, Vögel und Elephanten zu Haustieren (aber auch zu Nutztieren) vom Menschen gehalten werden. Sie alle waren mal Lebewesen in freier Natur, die der Mensch für seine Bedürfnisse der Natur entnommen hat.
Jedes dieser Tierart sollte entsprechend seiner Bestimmung immer gut behandelt werden. Ein Hund empfindet eine schlechte Behandlung genauso wie ein Elephant oder Kanarienvogel im Käfig. Natürlich wäre ein Leben dieser Tiere in freier Wildbahn erst einmal besser. Aber die Umweltbedingungen haben sich im Laufe der Jahrhunderte drastisch verändert. Eine Umkehr zur Tierhaltung in freier Natur ist meistens nicht mehr möglich. Entweder fehlt es an unberührter Naturfläche oder kriminelle Menschengruppen versuchen die Tiere wegen der nicht endenden Profitgier (z.B. Stosszähne von Elephanten) zu töten. So bleiben oft nur geschützte Räume oder Flächen, die der Mensch zu überwachen versucht. Ob allerdings ein Zoo oder ein Fischbecken im Wohnzimmer der richtige Ort dafür ist möchte ich auch bezweifeln. Tierparks oder große Schutzareale sind schon besser, aber auch anfälliger gegen Missbrauch (Wilderer).
Vermutlich erhalte ich jetzt noch einige „Gegenargumente“ von anderen Tierschützern, die mein Reiten auf den Elephanten verurteilen. Der Vorgang ist für mich mit einem Pferderitt vergleichbar gewesen. Entscheident ist die Tierhaltung und Behandlung davor und danach. Beides muss stimmen. Ansonsten müsste man jegliche Tierhaltung durch den Menschen ablehnen. Egal ob es sich um ein Nutz- oder Haustier handelt. Jedes Ei, was ein Huhn legt, wird dem Tier weggenommen, obwohl es für den Fortbestand der Tiergattung bestimmt ist. So will es die Natur. Wissen wir, wie sehr ein Huhn darunter leidet ? Nein, wissen wir nicht und wollen das auch nicht wissen. Ist ein Kanarienvogel im Käfig zu Hause glücklich ? Ein Elephant, Bär, Affe oder Giraffe im Zoo ? Mit Sicherheit nicht. Aber wir machen es, weil es dem Menschen nützt und nicht dem Tier.
Damit Mensch und Tier gerecht und friedlich zusammenleben können, braucht es vor allem einen Perspektivwechsel: Weg von der Vorstellung, dass das Tier eine Sache oder ein reiner Nutztierfaktor ist, hin zur Anerkennung als Mitgeschöpf. Hierzu habe ich eine gute Aussage gefunden, die den ethischen Umgang mit Tieren beschreibt:
Respekt vor der Integrität: Tiere sollten als Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und Schmerzempfinden wahrgenommen werden. Das bedeutet, ihnen ein Leben zu ermöglichen, das ihren biologischen und sozialen Instinkten entspricht (Artgerechtigkeit).
Vermeidung von Leid: Ein zentraler Punkt ist die Minimierung von vermeidbarem Schmerz. Das betrifft vor allem die industrielle Massentierhaltung, Tierversuche und Unterhaltungsformen, die auf Zwang basieren.
Schutz der Lebensräume: Gerechtigkeit bedeutet auch, den Tieren ihren Platz auf der Erde zu lassen. Der Erhalt von Wildnis und der Schutz vor Artensterben sind essenziell, damit Tiere friedlich in ihren eigenen Ökosystemen existieren können.
Verantwortungsbewusstsein: Da der Mensch die Umwelt dominiert, trägt er die moralische Verantwortung für jene, die sich nicht selbst schützen können. Das reicht von der achtsamen Haustierhaltung bis hin zu politischen Gesetzen, die Tierrechte stärken.
Bewusster Konsum: Ein friedliches Miteinander wird auch durch unsere täglichen Entscheidungen beeinflusst. Die Reduktion tierischer Produkte oder die Wahl ökologischer Alternativen entlastet die Tierwelt massiv. Letztlich geht es um Empathie: Die Frage „Wie würde ich behandelt werden wollen, wenn ich an seiner Stelle wäre?“ ist oft der beste Kompass für ein gerechtes Miteinander.
Ein Leben ohne Tiere auf der Erde ist für uns Menschen nicht möglich. Ein Leben ohne Menschen für das Tier schon. Das sollte uns immer bewusst sein.
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