Beta Version

Nur mal zeigen

Lothar Mantel
„Can­cel-Cul­ture - diesmal nicht“


Als die Mohren-Apotheke zu St. Lorenz in Nürnberg im Jahr 1442 erstmals urkundlich erwähnt wurde, war Amerika noch nicht entdeckt und die letzten Reste des Römischen Reiches kämpften gegen die aufstrebenden Osmanen. Die Apotheke überstand Seuchen und Weltkriege, doch nach 582 Jahren war am 30. Juni 2024 Schluss.
Im Mai teilte die Mohren-Apotheke auf ihren Social-Media Kanälen mit, dass sich die Nürnberger Altstadt und die dortigen Klienten stark verändert haben, beispielsweise durch die Schließung der Galeria Kaufhof im Juni 2023. Die klassische Kundschaft werde immer weniger, sodass die Apotheke inzwischen wirtschaftlich nicht mehr tragbar sei.

Für den Inhaber der "Mohren Apotheke" ist das Thema Rassismus nicht neu, die Diskussion überrascht ihn damit nicht. "Ich habe noch nie irgendwelche Anfeindungen deshalb erlebt", sagt Wilhelm Bouhon, der die Apotheke an der Lorenzkirche in der dritten Generation führt. Den Vorwurf des Rassismus hält er unterdessen für "absurd". "Ich sehe den Namen als Ehrerbietung an die Mauren, denen wir unsere heutige Form der Pharmazie zu verdanken haben", so Bouhon.
(Quellen: nordbayern.de, Pharmazeutische Zeitung)

Kategorie: Diverses
Rubrik: Nur mal zeigen
Hochgeladen: 20.05.2026
Kommentare: Favoriten5
Favoriten: Favoriten1
Klicks: Favoriten127
Abonnenten: Favoriten0
Kamera: –
Objektiv: –
Blende: –
Brennweite: –
Belichtung: –
ISO: –
Keywords: Nürnberg, Mohren
Apotheke


Um einen Kommentar zum Bild zu verfassen, musst Du Dich zuerst anmelden oder neu registrieren!

Kommentare zum Bild

Hartmut Frentz
20.05.2026

Leider befindet sich Erfurt in einer gleichgelagerten, unsäglichen "Mohren"-Debatte; allerdings stehen noch andere Begriffe auf der Kippe. Straßen und Einrichtungen harren einer völlig unsinnigen Umbenennung. Hintergrund hierfür ist - wie so oft - die Nicht- oder Halbbildung der betreffenden Aktivisten. Deine gelungene Collage, Lothar, macht, zusammen mit dem journalistischen Text, auf eine der vielen unrühmlichen Entwicklungen aufmerksam, die aktuell zwar nebensächlich erscheinen und trotzdem auch existenzbedrohlich sind.
Gruß Hartmut

Jaspi
21.05.2026

Altehrwürdigen Namen müssen weichen, weil man die Hintergründe nicht versteht. Ich verstehe diesbezüglich die Politik nicht.
Aber Dein Bild gefällt mir gut. Der Text passt dazu und man muss sich Gedanken machen. Nicht alles was rassistisch scheint ist rassistisch und man kann es auch einfach übertreiben....
Liebe Grüsse
Jacqueline

PeSaBi
21.05.2026

Tja, die Internetapotheken lassen grüßen ... so gehen nicht nur historische Geschäfte den Bach runter, sondern ganze Innenstädte ... Leerstände sind nirgends schön anzusehen ... und den 27. Laden irgendeiner Billigmodekette braucht auch niemand ... es sind leider die Zeichen der Zeit ...
so verschwindet leider wieder ein Stück Geschichte und Tradition, der Du damit fast schon ein fotografisches Denkmal gesetzt hast ...
HG - Petra

brimula
21.05.2026

Das ist sehr schade dass so ein traditionsreiches Geschäft nicht überleben kann...vor allem eine Apotheke...die werden doch einfach immer gebraucht...man sollte doch meinen sie hätten Stammkundschaft...sehr gut gemachte Aufnahme...wirklich wie ein Denkmal...gekonnt...

gruss brigitt@

Angelika Windloff
28.05.2026

Für mich der eigentliche Sinn der Fotografie - im Bild festhalten, was verschwindet, den Lauf der Zeit einfrieren. Großartig gezeigt in diesem Doppelbild, nicht zuletzt in der Gegenüberstellung von eher dokumentarischer Abbildung mit dem auf Zukunft und Vergangenheit gleichermaßen deutenden Foto.
LG Angelika