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demourne
„In transit“


Ich entziehe mich mit diesem Bild einer Serie, die beginnt ihr Eigenleben zu entwickeln, bewusst der klassischen Funktion der Fotografie. Oder der Erwartung an Fotografie.
Ich will nicht festhalten, nicht klären, nicht beweisen. Stattdessen löse ich auf, verschiebe, lasse Dinge durchrutschen – so, wie sie sich für mich anfühlen, wenn ich mich durch den öffentlichen Nahverkehr bewege.
Der ÖPNV ist eigentlich ein durchorganisiertes System: Linien, Zeiten, Anzeigen, Ziele. Alles soll Orientierung geben. Aber genau diese Orientierung kippt für mich. Schrift wird zu Licht, Information zu Bewegung, Menschen zu Spuren. Ich sehe nicht mehr den Ort, sondern den Zustand, in dem ich mich darin befinde.
Ich fotografiere nicht, um zu zeigen, wo ich bin. Ich fotografiere, um zu zeigen, wie es sich anfühlt, dort zu sein.
Dabei verschwinden Namen, Richtungen und klare Formen. Was bleibt, ist etwas Ungefähres, etwas Flüchtiges – ein Moment zwischen Ankommen und Weiterfahren, zwischen Wahrnehmen und Verlieren. Die Bilder sind für mich keine Abbilder, sondern Reste von Erfahrung.
Vielleicht ist das näher an der Realität, als ein scharfes Bild es je sein könnte.
Kategorie: Diverses
Rubrik: Andere
Hochgeladen: 19.03.2026
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Keywords: öpnv, Auflösung,
transit


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