Flüsse
„Stauwehr“
Kurz vor Heidelberg gibt es einen Staudamm im Neckar, der den Wasserspiegel reguliert. Am Staudamm entlang wurde ein Auffangwehr angeordnet. Diese Barriere hat die Aufgabe, die im Wasser flussabwärts treibenden Fremdstoffe aufzufangen.
Wie man auf dem Foto sehen kann gibt es sehr viel Treibgut aus Holz, dass von den Bäumen am Flussrand ins Wasser gefallen ist. Aber leider erkennt man auch eine nicht unerhebliche Anzahl an Umweltmüll, welches die Menschen unbedacht in den Fluss werfen.
Wer möchte, kann unten mehr über die Umweltbelastung in den Gewässern erfahren....
….....................................
An dieser Schleuse wird dann in regelmäßigen Abständen das komplette Staugut herausgenommen und entsorgt. Danach sammelt sich wieder nach und nach eine neue Treibgutschicht. Eine kostspielige Angelegenheit.
Das Treibgut aus Holz ist ein natürlicher Vorgang in der Natur und wird von den Menschen als solches akzeptiert. Aber - wie sieht das eigentlich mit dem Umweltmüll wie Plastik und ähnlichen Abfällen in den Gewässern aus ? Muss das sein ?
Wie hoch ist die Belastung mit Plastik in Binnengewässern ?
(Quellentext: https://www.bmuv.de/faqs/plastik-in-binnengewaessern)
Bisher gibt es nur wenige Studien, deren Ergebnisse zudem nur teilweise vergleichbar sind. Es ist eindeutig, dass es Plastik in Binnengewässern gibt, insbesondere Mikroplastik (Plastikteilchen kleiner als 5 mm). Nicht nur in Flüssen, sondern auch in Seen.
Eine aktuelle Studie der Universität Basel zum Rhein spricht von 25 bis 30 kg Mikroplastik, die der Fluss täglich transportiert. Das wären 10 Tonnen im Jahr. Eine österreichische Studie aus 2015 kommt zu dem Ergebnis, dass pro Tag mit durchschnittlich 25 - 145 kg Kunststoffeintrag in die Donau zu rechnen ist, das sind durchschnittlich 40 Tonnen pro Jahr.
Es sind mehr und langfristigere Studien erforderlich. Voraussetzung für die Vergleichbarkeit von Untersuchungsergebnissen ist allerdings die Verwendung einheitlicher Untersuchungsverfahren für die Probenahme und Analyse von Mikroplastikpartikeln. Dieses gibt es derzeit noch nicht, was die Beurteilung der bisher vorliegenden Studien erschwert. Auf Bundesebene als auch auf europäischer Ebene werden daher hierzu Forschungsarbeiten durchgeführt.
Gibt es Gewässer in Deutschland, die besonders betroffen sind ?
Große Ströme wie Rhein und Donau tragen Plastik aus ihren Zuflüssen zusammen und sind daher vermutlich stärker belastet als kleinere Flüsse. Das kann man jedoch nicht pauschal sagen, weil es auch darauf ankommt, wie viel Industrie und wie viele Kläranlagen an einem Fluss liegen. Sie sind potentielle Eintragsquellen für Plastik.
Und wie sieht das mit unseren Meeren aus ?
Plastikmüll wird durch die Flüsse in unsere Ozeane geleitet.
(Quellentext: quarks.de)
Dabei stammen 67 Prozent des Mülls in den Weltmeeren aus nur 20 Flüssen. Die meisten davon befinden sich in Asien. Forschende schätzen, dass jedes Jahr zwischen 1,15 und 2,41 Millionen Tonnen Plastikmüll so im Meer landen. Bei der Verschmutzung gibt es sogar saisonale Unterschiede. Die größte Verschmutzung finde wohl zwischen Mai und Oktober statt. Im August ist dabei die Rate am höchsten, im Januar am niedrigsten. Forschende schätzen, dass die Unterschiede mit Monsunen in Asien zusammenhängen.
Das sind die Top-10 der schmutzigsten Flüsse:
1. Jangtse (China): 333.000 Tonnen Plastik jährlich
2. Ganges (Indien, Bangladesch): 115.000 Tonnen Plastik
3. Xi (China): 73.900 Tonnen Plastik
4. Huangpu (China): 40.800 Tonnen Plastik
5. Cross (Nigeria, Kamerun): 40.300 Tonnen Plastik
6. Brantas (Indonesien): 38.900 Tonnen Plastik
7. Amazonas (Brasilien, Peru, Kolumbien, Ecuador): 38.900 Tonnen Plastik
8. Pasig (Philippinen): 38.800 Tonnen Plastik
9. Irrawaddy (Myanmar): 35.300 Tonnen Plastik
10. Solo (Indonesien): 32.500 Tonnen Plastik
Hierbei wurden große, über 0,5 Meter, und sehr kleine Partikel unter 0,3 Millimetern allerdings nicht beachtet.
Bestehen derzeit Gefahren für Menschen, Tiere und Pflanzen ?
Dafür gibt es noch keine ausreichenden Kenntnisse für Binnengewässer. Die Gefahren von Plastikmüll in den Meeren sind besser bekannt. Dort kommt es zu Verheddern oder auch Strangulieren von Meereslebewesen oder Seevögeln in Makroplastikteilen, nicht selten mit Todesfolge. Hinzu kommt eine hohe Belastung der Verdauungsorgane, insbesondere der Mägen dieser Lebewesen mit Mikroplastikpartikeln. Bezüglich Flüssen und Seen muss noch genauer untersucht werden, ob und welche Probleme Plastik verursacht. Ob damit mögliche Risiken für den Menschen verbunden sind, ist bisher weder für Binnen- noch für Meeresgewässer belastbar erforscht.
Wasserflöhe fressen z. B. kleine Plastikteilchen unter Laborbedingungen, aber machen sie das auch in ihrer natürlichen Umgebung? In einer österreichischen Studie an der Donau hat man im Darm von Fischen keine Plastikteilchen gefunden.
Mein Fazit:
Wenn man sich die schwindelerregenden Zahlen der oberen Tabelle ansieht, so hat man eine ungefähre Ahnung davon, wie es um unsere Gewässer steht. Das alles hat der Mensch zu verantworten. Aber irgendwann rächt sich diese Missachtung der Natur. Jedes System hat einen „Kipppunkt“, der, wenn dieser überschritten wird, nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Noch könnte man etwas ändern. Aber ist dieser Wille vorhanden ? Noch sehe ich zu wenig davon, doch die Hoffnung stirbt zuletzt !
Wie man auf dem Foto sehen kann gibt es sehr viel Treibgut aus Holz, dass von den Bäumen am Flussrand ins Wasser gefallen ist. Aber leider erkennt man auch eine nicht unerhebliche Anzahl an Umweltmüll, welches die Menschen unbedacht in den Fluss werfen.
Wer möchte, kann unten mehr über die Umweltbelastung in den Gewässern erfahren....
….....................................
An dieser Schleuse wird dann in regelmäßigen Abständen das komplette Staugut herausgenommen und entsorgt. Danach sammelt sich wieder nach und nach eine neue Treibgutschicht. Eine kostspielige Angelegenheit.
Das Treibgut aus Holz ist ein natürlicher Vorgang in der Natur und wird von den Menschen als solches akzeptiert. Aber - wie sieht das eigentlich mit dem Umweltmüll wie Plastik und ähnlichen Abfällen in den Gewässern aus ? Muss das sein ?
Wie hoch ist die Belastung mit Plastik in Binnengewässern ?
(Quellentext: https://www.bmuv.de/faqs/plastik-in-binnengewaessern)
Bisher gibt es nur wenige Studien, deren Ergebnisse zudem nur teilweise vergleichbar sind. Es ist eindeutig, dass es Plastik in Binnengewässern gibt, insbesondere Mikroplastik (Plastikteilchen kleiner als 5 mm). Nicht nur in Flüssen, sondern auch in Seen.
Eine aktuelle Studie der Universität Basel zum Rhein spricht von 25 bis 30 kg Mikroplastik, die der Fluss täglich transportiert. Das wären 10 Tonnen im Jahr. Eine österreichische Studie aus 2015 kommt zu dem Ergebnis, dass pro Tag mit durchschnittlich 25 - 145 kg Kunststoffeintrag in die Donau zu rechnen ist, das sind durchschnittlich 40 Tonnen pro Jahr.
Es sind mehr und langfristigere Studien erforderlich. Voraussetzung für die Vergleichbarkeit von Untersuchungsergebnissen ist allerdings die Verwendung einheitlicher Untersuchungsverfahren für die Probenahme und Analyse von Mikroplastikpartikeln. Dieses gibt es derzeit noch nicht, was die Beurteilung der bisher vorliegenden Studien erschwert. Auf Bundesebene als auch auf europäischer Ebene werden daher hierzu Forschungsarbeiten durchgeführt.
Gibt es Gewässer in Deutschland, die besonders betroffen sind ?
Große Ströme wie Rhein und Donau tragen Plastik aus ihren Zuflüssen zusammen und sind daher vermutlich stärker belastet als kleinere Flüsse. Das kann man jedoch nicht pauschal sagen, weil es auch darauf ankommt, wie viel Industrie und wie viele Kläranlagen an einem Fluss liegen. Sie sind potentielle Eintragsquellen für Plastik.
Und wie sieht das mit unseren Meeren aus ?
Plastikmüll wird durch die Flüsse in unsere Ozeane geleitet.
(Quellentext: quarks.de)
Dabei stammen 67 Prozent des Mülls in den Weltmeeren aus nur 20 Flüssen. Die meisten davon befinden sich in Asien. Forschende schätzen, dass jedes Jahr zwischen 1,15 und 2,41 Millionen Tonnen Plastikmüll so im Meer landen. Bei der Verschmutzung gibt es sogar saisonale Unterschiede. Die größte Verschmutzung finde wohl zwischen Mai und Oktober statt. Im August ist dabei die Rate am höchsten, im Januar am niedrigsten. Forschende schätzen, dass die Unterschiede mit Monsunen in Asien zusammenhängen.
Das sind die Top-10 der schmutzigsten Flüsse:
1. Jangtse (China): 333.000 Tonnen Plastik jährlich
2. Ganges (Indien, Bangladesch): 115.000 Tonnen Plastik
3. Xi (China): 73.900 Tonnen Plastik
4. Huangpu (China): 40.800 Tonnen Plastik
5. Cross (Nigeria, Kamerun): 40.300 Tonnen Plastik
6. Brantas (Indonesien): 38.900 Tonnen Plastik
7. Amazonas (Brasilien, Peru, Kolumbien, Ecuador): 38.900 Tonnen Plastik
8. Pasig (Philippinen): 38.800 Tonnen Plastik
9. Irrawaddy (Myanmar): 35.300 Tonnen Plastik
10. Solo (Indonesien): 32.500 Tonnen Plastik
Hierbei wurden große, über 0,5 Meter, und sehr kleine Partikel unter 0,3 Millimetern allerdings nicht beachtet.
Bestehen derzeit Gefahren für Menschen, Tiere und Pflanzen ?
Dafür gibt es noch keine ausreichenden Kenntnisse für Binnengewässer. Die Gefahren von Plastikmüll in den Meeren sind besser bekannt. Dort kommt es zu Verheddern oder auch Strangulieren von Meereslebewesen oder Seevögeln in Makroplastikteilen, nicht selten mit Todesfolge. Hinzu kommt eine hohe Belastung der Verdauungsorgane, insbesondere der Mägen dieser Lebewesen mit Mikroplastikpartikeln. Bezüglich Flüssen und Seen muss noch genauer untersucht werden, ob und welche Probleme Plastik verursacht. Ob damit mögliche Risiken für den Menschen verbunden sind, ist bisher weder für Binnen- noch für Meeresgewässer belastbar erforscht.
Wasserflöhe fressen z. B. kleine Plastikteilchen unter Laborbedingungen, aber machen sie das auch in ihrer natürlichen Umgebung? In einer österreichischen Studie an der Donau hat man im Darm von Fischen keine Plastikteilchen gefunden.
Mein Fazit:
Wenn man sich die schwindelerregenden Zahlen der oberen Tabelle ansieht, so hat man eine ungefähre Ahnung davon, wie es um unsere Gewässer steht. Das alles hat der Mensch zu verantworten. Aber irgendwann rächt sich diese Missachtung der Natur. Jedes System hat einen „Kipppunkt“, der, wenn dieser überschritten wird, nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Noch könnte man etwas ändern. Aber ist dieser Wille vorhanden ? Noch sehe ich zu wenig davon, doch die Hoffnung stirbt zuletzt !
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