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Situationen

KlaMei
„„Drehwurm““


Alles was sich schnell und kontinuierlich in eine Richtung dreht erzeugt bei mir ein großes Unwohlsein in der Magengegend. Dazu gehört auch das im Foto gezeigte Kettenkarussell, das jedes Jahr beim deutsch-amerikanischen Volksfest in Heidelberg zu erleben ist. Von draußen schön zu beobachten, von innen allerdings ein Überlebenskampf für mich. Eine Fahrt im Riesenrad oder einem stationären Karussell funktioniert noch einigermaßen gut. Hier ist die Drehbewegung ja relativ langsam.

Das stationäre Karussell (horizontal drehend) war allerdings zuerst da. Aber ab wann und wo ?...
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In einer Achterbahn (z.B. der größten Achterbahn Europas im Europa-Park von Rust) macht mir die atemberaubende Fahrt nichts aus. Denn die geht hoch und runter, rechts und links und über Kopf bis zu einer Beschleunigung von 4g (vierfache Erdbeschleunigung). Beim Start einer Rakete hat ein Astronaut eine Erdbeschleunigung zwischen 3-5 g ( 30-50 m/s² ). Die Achterbahn saust mit einer max. Geschwindigkeit bis 130 km/h senkrecht runter. Und das finde ich komischerweise genial. Hierbei wird mein Magen sofort ausgeschaltet und bleibt wie betäubt in Ruhestellung. Selbst am Ende geht es mir gut. Warum auch immer.

Viele Leute vertragen aber das Kettenkarussellfahren und mögen diesen rotierenden Kick in der gefühlten Schwerelosigkeit. Ein weiterer schädlicher Drehwurm ist für mich die Raupenbahn, die zudem noch im hohen hoch- und runter Fahrtempo das Stoffverdeck schließt. Das ist nicht mein Ding. Auch wenn dieses Gerät früher als „Knutschgondel“ der Teenies gebraucht wurde. Auf dieses Vergnügen musste ich hier verzichten.

Mittlerweile gibt es noch mehr dieser „Drehwürmer“ in ähnlicher Form. Alle sind darauf aus das Gleichgewicht zu (zer-)stören. Mich wundert immer wieder, dass hierbei die Leute dabei in Freudenschreie ausbrechen und am Ende lachend und halbwegs gerade laufend zur nächsten Runde an die Ticketkasse laufen. Na dann - viel Spaß...
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Das Karussell
Eine kleine Rückschau.

Das stationäre Karussell (horizontal und ohne Ketten) gehört zu den ältesten Attraktionen der Kirmes. Es ist seit Jahrhunderten sowohl in Europa als auch im Orient bekannt. So soll es bereits 1620 das erste Karussell gegeben haben – im heutigen Plowdiw in Bulgarien.
Das älteste feststehende Karussell der Welt stammt aus dem Jahr 1780 und steht in Hanau-Wilhelmsbad. Im Zweiten Weltkrieg durch eine Bombe beschädigt, wurde es vor einigen Jahren restauriert. Nur zu besonderen Anlässen wird es in Betrieb genommen.

Das erste motorisch angetriebene Karussell wurde am 1. Januar 1863 im englischen Bolton auf einem Töpfereimarkt in Betrieb genommen. Es war von Thomas Bradshaw gebaut worden und wurde von einer Dampfmaschine angetrieben, wahrscheinlich über eine Transmission aus Riemen.

Ist Karussell fahren gesund?
Trotz hoher Sicherheitsstandards moderne Fahrgeschäfte auf Volksfesten und in Freizeitparks bei ihren Passagieren gesundheitliche Nebenwirkungen auslösen. Kollisionen im Autoscooter oder Karussells, die ihre Insassen wild herumschleudern, können Auslöser von Schwindel, Nackenschmerzen und Wirbelsäulenproblemen sein.

Das weltweit höchste Kettenkarussell stand einmal in Deutschland                                                         
Das ist nur etwas für ganz besonders Mutige und alle, die keine Höhenangst haben: Im Kettenkarussell beziehungsweise Flugkarussell des Skyline Parks in Bayern fliegst du nämlich in 110 Metern Höhe in deinem Sitz durch die Luft! Das war Weltrekord. Insgesamt ist der Turm sogar stolze 150 Meter hoch. Der sogenannte „Allgäuflieger“ eröffnete 2020 und ist damit fast so hoch wie der Turm des Ulmer Münsters, der 161 Meter misst.
Doch der „Allgäuflieger“ ist nicht nur außergewöhnlich hoch, sondern auch schnell: Das Kettenkarussell bewegt sich mit teilweise 50 Kilometern pro Stunde, was elf Umdrehungen die Minute bedeutet.
Mittlerweile gibt es jedoch in Wien (Praterturm) mit 117 m, in Schweden (Eclipse) mit 120 m, in den USA  (Starflyer) mit 150m hoch bereits höhere Anlagen. 

Kleine Hilfestellung gegen Schwindel
Dem mulmigen Gefühl gegen Schindel bei den Drehbewegungen kann man übrigens etwas entgegensetzen. Die Balletttänzer suchen sich bei den Drehungen immer einen feststehenden Punkt in der Umgebung aus, um Schwindel zu vermeiden. Diese Technik nennt man „Spotting“. Dabei wird der Kopf bei einer Pirouette zunächst so lange wie möglich auf einen fixen Punkt gerichtet, dann blitzschnell mitgedreht  und sofort wieder auf den selben Punkt zurückgewendet. Dadurch bleibt die visuelle Orientierung erhalten und die Gleichgewichtsorgane im Innenohr werden weniger stark gereizt.
Ob das allerdings den Magen rettet wurde in der Beschreibung nicht erklärt. Ich denke eher nicht.

Dennoch...bei jedem Besuch auf einer Kirmes bleibe ich weiterhin gerne an einem Kettenkarussell stehen. Allerdings nur um zu gucken und aus sicherer Entfernung. Es gehört für mich halt immer noch bei einer Kirmes dazu, weil es irgendwie schön aussieht.
Kategorie: Street
Rubrik: Situationen
Hochgeladen: 03.02.2026
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Kamera: SM-A528B
Objektiv:
Blende: f/1.8
Brennweite: 5.23 mm
Belichtung: 1/1731 sec
ISO: 25
Keywords: Kirmes, Karussell


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Kommentare zum Bild

Ida Ernenputsch
03.02.2026

Lieber Klaus
Du hast das Ketten- Karussell mit der exaten Verschlußzeit erwischt. Die Menschen sind noch klar erkennbar. Man erkennt auf dem Bild die Geschwindigkeit, wie sie durch die Luft fliegen Ein sehr schönes Motiv mit dem nostalgischen Karussell.
Gefällt mir gut, aber nur zum anschauen nicht zum mitfahren.
Gruß Ida

KlaMei
03.02.2026

Danke liebe Ida,
da geht es mir wie Dir. Zugucken mit einer Bratwurst im Mund macht mehr Spaß. Das Fahren im Kettenkarussell überlasse ich lieber den Anderen. Grüße - Klaus