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Industrie

KlaMei
„Wasser ist zum Waschen da....oder auch zum Löschen.“



Das Löschwassersammelbecken im Foto befindet sich auf dem Gelände der Kokerei Zollverein in Essen, NRW – einem ehemaligen Großbetrieb zur industriellen Koksherstellung. In solchen Kokereien entstehen extreme Temperaturen (über 1000°C) und es werden brennbare Gase produziert, sodass große Mengen Löschwasser im Ernstfall schnell verfügbar sein müssen. Das Sammelbecken garantiert, dass bei einer Marke ausreichend Wasser sofort zur Verfügung steht, um die Koksöfen, Rohrleitungen und angrenzende Bereiche zu schützen und eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern.

Wer mehr darüber wissen möchte, kann weiter unten lesen...

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Zeche Zollverein in Essen / NRW.
Bei einem Fotoseminar in der Zeche Zollverein (UNESCO-Weltkulturerbe) kamen wir u.a. an den Koksöfen zur Herstellung von Koks aus Steinkohle (bestehend aus asche- und schwefelarmer Fettkohle) vorbei. Die Koksofenbatterie sieht man im Foto rechts.       

Das Sammelbecken links daneben wurde aus Beton errichtet und ist oft oberirdisch angelegt, gut erreichbar für die Feuerwehr und Werksicherheit. Auf dem Dach oder am Rand der eigentlichen Produktionsanlagen sind solche Becken platziert, sodass sie die Löschwasserzuführung optimieren. Die Dimensionierung solcher Behälter richtet sich nach den potenziellen Risiken und der Größe der Anlage; Die Kokerei Zollverein war eine der größten und modernsten ihrer Kunst, entsprechend groß und leistungsfähig ist auch das Löschwassersystem ausgelegt.   

Im Kontext der Kokerei Zollverein zeigt das Sammelbecken die Bedeutung vorausschauender Industriearchitektur und betrieblicher Sicherheit. Es steht heute – wie viele andere Bauteile des Industrieensembles – unter Denkmalschutz und vermittelt im Rahmen von Führung wichtige Aspekte der historischen Arbeitswelt und den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Auf dem ehemaligen Kokerei-Gelände wird das Wasserbecken heute nicht mehr industriell genutzt, ist aber noch als technisches Denkmal erhalten.     
  
Nicht zu verwechseln sind: Löschwasser und Kokslöschwasser !       
                                                    Während Löschwasser zur Brandbekämpfung dient, so nimmt man Kokslöschwasser nach  Beendigung des Umwandlungsprozess von Steinkohle zu Kokskohle. Seine Hauptfunktion in der Kokerei ist das Abschrecken des glühend heißen Kokses (bis ca. 1.100 °C) nach dem Entleeren aus dem Ofen, um ihn schnell abzukühlen und für den Transport und die weitere Verwendung (z. B. im Hochofen) vorzubereiten. Es dient der Prozesskühlung, nicht primär der Brandbekämpfung im Notfall. 

Eignung zur Brandbekämpfung:                                                                                     Aufgrund der enthaltenen brennbaren oder chemisch reaktiven Verunreinigungen ist Kokslöschwasser nicht als allgemeines Löschmittel für Brände geeignet. Bei bestimmten Brandarten, insbesondere Fett- oder Metallbränden, kann die Verwendung von Wasser (oder verunreinigtem Wasser) gefährlich sein und zu Explosionen oder Brandausbreitung führen.

Fazit                                                                                                          Der Hauptunterschied liegt in der Reinheit/Zusammensetzung und dem Verwendungszweck: Kokslöschwasser ist ein industrielles Prozessmedium mit Verunreinigungen, das zum Abschrecken von heißem Koks verwendet wird, während normales Löschwasser sauberes Wasser oder speziell aufbereitetes Wasser für die allgemeine Brandbekämpfung ist. Kokslöschwasser ist aufgrund seiner Inhaltsstoffe für die Brandbekämpfung im Notfall ungeeignet und potenziell gefährlich.

Man kann ja über die Bürokratie- und Kontrollwut der deutschen Behörden oft zurecht schimpfen. Aber oft sind Vorschriften und Vorsorge vorbildlich geregelt, sodass voraussehbare Unglücke nach Menschen ermessen geringe Schäden verursachen oder sogar vermieden werden. Das im Foto zu sehende Löschwasserbecken ist so eine Vorsorge. Auch wenn das Wasser darin niemals benötigt werden sollte, so beruhigte es doch alle Beteiligten, die in der Anlage waren.    
Kategorie: Technik
Rubrik: Industrie
Hochgeladen: 04.01.2026
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Kamera: SM-A528B
Objektiv:
Blende: f/1.8
Brennweite: 5.23 mm
Belichtung: 35/6316 sec
ISO: 25
Keywords: Zeche Zollverein,
Industriedenkmal


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Kommentare zum Bild

blitzlicht
05.01.2026

Eine beeindruckende Location, die man einmal gesehen haben sollte. Schade, daß das Wasser am Tag der Aufnahme so unruhig war. Die Spiegelungen der Koksbatterien im Wasser sind an ruhigen Tagen einfach phänomenal.

KlaMei
06.01.2026

Hallo blitzlicht,
danke für den Beitrag. Dann hattest Du wohl einen besseren Zeitpunkt erwischt. Kann mir gut vorstellen, dass der Eindruck noch besser war. Früher hatte ich gelegentlich in der Zeche zu tun, hatte aber zu dieser Zeit noch kein Auge dafür. Jetzt habe ich die Ruhe dafür und werde beim nächsten Mal darauf achten, soweit es möglich ist. BG-Klaus .