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Industrie

KlaMei
„„Unkaputtbar“ “


...mal was anderes !
Keine Angst, das Foto soll keine Werbung werden. Es dient nur als Beispiel und steht für viele Produkte aus der Vergangenheit, die sich ähnlich meiner Beschreibung verhalten !
Wer kennt das nicht ? Man möchte die Kaffeemaschine anmachen – Mist ! Schon wieder defekt. Habe die doch erst vor knapp zwei Jahren gekauft. Jetzt ist keine Garantie mehr drauf. Der Morgen fängt ja gut an.

So ist es mit vielen Gebrauchsgegenständen in unserem Haushalt und anderswo, die nicht so lange halten, wie wir uns das gerne wünschen. Meine Uhr ist da die löbliche Ausnahme. Doch war das immer schon so ?
Einen kleinen Rückblick habe ich unten beschrieben...

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„Unkaputtbar“
Früher war alles besser ? Nicht immer, aber was die Haltbarkeit bei vielen Produkten angeht schon. Wer erinnert sich noch ? Manchmal haben wir eine Sternstunde, wie ich sie kürzlich hatte. Wir nehmen ein Teil der besagten Kategorie in die Hand und wundern uns, dass es immer noch funktioniert. Wir blicken gedanklich zurück und versuchen uns an das Jahr zu erinnern, in dem wir den Kauf getätigt haben. Oft ist es einfach, weil ein wichtiges Ereignis stattfand. Manchmal liegt jedoch der Kauf ziemlich weit zurück. Wann war das noch ? Ist schon so lange her, oder ?

So wie in meinem Fall. Erst kürzlich habe ich meinen Wecker neu eingestellt (von Sommerzeit auf Winterzeit ) und hielt für einen Moment inne. Egal wie oft ich die Uhr benutzt hatte – sie läuft wie ein VW-Käfer. Immer weiter, immer zuverlässig. Und das bei einer der frühen  LCD- Uhren (Abkürzung LCD steht für Liquid Crystal Display / also Flüssigkristallanzeige), wo das Kristalldisplay irgendwann problematisch werden könnte. Doch hiermit hatte ich auch Glück.
Meine Uhr hat keine Batterien, die man immer wieder wechseln muss. Also - Stecker in die Dose, einstellen und..... ich habe  fertig! Der Wecker ist bis heute „unkaputtbar“. Was für eine schöne Erkenntnis !

Als ich die LCD-Uhr vor einigen Jahrzehnten kaufte, war mein eigentliches Motiv das Design und die LCD-Anzeige. Ein einfacher gerundeter und geschmackvoller Wecker, versehen mit einer klaren Form und den zwingend notwendigen Einstellungen . Entworfen hatte ihn der leider in 2019 verstorbene deutsche Designer „Luigi Colani“ (Vater: Italo-Schweizer, Mutter: Polin). Ein Meister der runden Formen. Stichwort:  Spiegelreflexkamera Canon T90, später die Basis für EOS-Digitalkameras. Bis heute habe ich Freude an dieser Digitaluhr mit Weckfunktion und anderen von ihm entworfenen Gegenständen und hoffe, dass sie mir noch lange Zeit erhalten bleiben.

Wer mehr über die „Zuverlässigkeit“ der heutigen Gebrauchsgegenstände wissen möchte, kann jetzt weiter lesen.
Zudem etwas über den Ausnahmedesigner Luigi Colani erfahren.....


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Warum gehen die Geräte heutzutage so schnell kaputt ?
Smartphones, PC`s, Akkus, Bügeleisen (etc.), die gefühlt genau dann schwächeln, wenn ein neues Modell auf den Markt kommt oder die Garantie gerade abgelaufen ist. Waschmaschinen, die früher viel länger hielten. Der Fernseher, der nicht mehr mit der neuesten Technik standhält. Oder T-Shirts, die nach dem dritten Mal Waschen so verzogen und verfärbt sind, dass man sie nicht mehr tragen kann.
Dieses Phänomen hat einen Namen: Obsoleszenz oder auch Verschleiß.
Was bedeutet Obsoleszenz?                                                                                                                                       "Obsoleszenz bewirkt, dass ein Produkt vor Ablauf der üblichen Lebensdauer veraltet oder funktionsunfähig und somit zu Abfall wird", heißt es in einer Broschüre des Umweltbundesamtes. "Sie führt damit zur Verschwendung natürlicher Ressourcen und einem erhöhten Abfallaufkommen."
Viele Unternehmen planen bei der Herstellung ihrer Produkte einen frühen Verschleiß mit ein – etwa indem sie minderwertiges Material verwenden oder sogar gezielt Schwachstellen einbauen, etwa bei Laptops. Ob das Absicht ist, also eine "geplante Obsoleszenz" vorliegt, oder man es einfach in Kauf nimmt, ist oft schwer nachzuweisen.
Sollbruchstellen und Reparatur-Probleme                                                                                                                    Holger Krumme, Technikchef beim Bensheimer Testhaus HTV, nannte bereits 2013 im Magazin "Infosat" konkrete Beispiele für geplante Obsoleszenz in Elektronik. Er und seine Mitarbeiter hatten zahlreiche "Sollbruchstellen" in Geräten gefunden: "Besonders auffällig ist zum Beispiel die Verwendung besonders hitzeempfindlicher Bauteile in direkter Nähe zu Hitzequellen", so Krumme.
"Bei einer Vielzahl der unterschiedlichsten Bildschirme oder LCD-Fernseher befinden sich Elektrolytkondensatoren unmittelbar neben Leistungsbauteilen, die über 100 °C warm werden." Die Folge: früher Verschleiß. Weil es zu teuer wäre, die Geräte zu reparieren, landen sie dann oft auf dem Müll.
Weitere Probleme im Zusammenhang mit der geplanten Obsoleszenz: Hersteller machen es ihren Kunden schwerer, Geräte selbst zu reparieren oder auch nur zu öffnen. Oder es ist kompliziert, Ersatzteile zu beschaffen, Reparaturen sind teuer, Akkus fest eingebaut, und, und und.

Produkte werden heute schneller ausgetauscht als früher.                                                                                                 Fest steht: ""Verbraucher und Verbraucherinnen nutzen neu erworbene Produkte heute kürzer als früher", so das Ergebnis einer Studie von Umweltbundesamt und Öko-Institut e. V. von 2015. Das gilt zum Beispiel für Waschmaschinen oder Flachbildfernseher.
Bei Haushaltsgroßgeräten wie Waschmaschinen, Wäschetrocknern und Kühlschränken hat sich laut Studie die durchschnittliche "Erst-Nutzungsdauer" im Untersuchungszeitraum um ein Jahr auf 13 Jahre verkürzt. Und: Der Anteil der Geräte, die aufgrund eines Defektes schon innerhalb von fünf Jahren ersetzt werden mussten, ist zwischen 2004 und 2012 von 3,5 Prozent auf 8,3 Prozent auffallend stark gestiegen.
Wenn Produkte schneller kaputtgehen, kaufen wir natürlich auch schneller neue. Geplante Obsoleszenz befeuert also die Wirtschaft. Aber wir Verbraucher sind nicht unschuldig daran: Etwa wenn wir auf der Jagd nach Schnäppchen lieber zum billigeren Produkt als zum qualitativ hochwertigeren greifen und damit riskieren, dass es schneller schlappmacht. Die Folge: viel mehr Müll.
Der jährliche Global E-Waste Monitor stellte etwa fest, dass die Masse an Elektroschrott (E-Waste) seit 2014 um mehr als 20 Prozent zugenommen hat. 53,6 Millionen Tonnen Elektroschrott wurden 2019 weltweit registriert. Deutsche Verbraucher haben daran einen großen Anteil: Mehr als 20 Kilogramm Elektroschrott pro Kopf entstehen bei uns jährlich, genau wie in den USA. Weltweiter Durchschnitt: 7,3 Kilogramm pro Kopf.

Eigentlich noch "gut", aber ... Psychologische Obsoleszenz                                                                                            Und nicht nur, weil sie wirklich kaputt sind, tauschen wir Produkte heute schneller aus. Auch wenn das alte Handy oder der Fernseher eigentlich noch gut sind, kaufen wir gern ein neues Gerät. Weil die Technik auf einmal veraltet scheint, weil das neue Teil cooler ist ... 
"Von vielen Dingen trennen wir uns nicht, weil sie natürlich obsolet geworden sind, sondern weil sie für uns psychisch obsolet geworden sind", schreibt Trendanalytiker Carl Tillessen in seinem Buch "Konsum“. Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen".
Eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeige, dass insgesamt 68 Prozent der Smartphone-Nutzer ihr Gerät innerhalb von drei Jahren wechseln, weil sie ein noch besseres Modell wollen (40 Prozent) oder durch den Vertrag regelmäßig ein neues bekommen (28 Prozent). Nur neun Prozent tauschten das Gerät wegen Schwächen wie eines Akkudefekts oder schwacher Akkuleistung aus. 



Trends verführen zum Kaufen                                                                                                                                       Psychische Obsoleszenz betrifft nicht nur Fernseher oder Handys, sondern auch Mode. Wir kaufen immer schneller immer mehr Kleidung. Denn die alten Stücke sortieren wir nicht nur aus, weil sie abgetragen sind, sondern weil sie uns nicht mehr gefallen und/oder nicht mehr "angesagt" sind. 
"Psychische Obsoleszenz resultiert meist aus Modetrends", schreibt Carl Tillessen. Das bedeutet: "Ein Gegenstand wird nicht so lange genutzt, wie er hält, sondern nur so lange, wie der mit ihm verbundene Trend Gültigkeit hat. Ein neuer Modetrend macht uns zum Beispiel Lust, uns neu einzukleiden, ein neuer Wohntrend macht uns Lust, uns neu einzurichten, und so weiter." 
Das sei nicht neu, so Tillessen: "Neu ist aber die Erfahrung, dass die Dinge umso schneller aus der Mode kommen, je schneller sich die Bilder dieser Dinge verbreiten. Und weil sich die Bilder durch das Internet so schnell verbreiten, wie noch nie, kommen die Dinge schneller aus der Mode als je zuvor."
Nach einer Saison ist vieles out – und wie lange eine Saison dauert, wird auch immer kürzer. Fast-Fashion-Unternehmen Zara beispielsweise bringt laut einer McKinsey-Studie mittlerweile bis zu 24 Kollektionen !!! im Jahr auf den Markt, bei H&M sind es immerhin bis zu 16. Wir Verbraucher kaufen im Schnitt 60 Kleidungsstücke pro Jahr – und tragen diese nur noch halb so lang wie vor 15 Jahren.

Wie geht mehr Nachhaltigkeit?                                                                                                                                       "Aber was war zuerst, der kurzlebige Konsum oder das kurzlebige Produkt?", fragt TrendforscherTillessen. "Gibt es Handys mit rahmenlosem Glas-Display, weil wir uns ohnehin alle zwei Jahre ein neues holen? Oder wechseln wir alle zwei Jahre das Handy, weil das Display dann ohnehin kaputt ist? Die Frage ist so müßig wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei. Es gäbe das eine nicht ohne das andere."
Doch es gibt auch Gegentrends: Slow Fashion zum Beispiel, nachhaltige Modemarken. Oder Unternehmen wie den amerikanischen Online-Shop "Buy Me Once" oder das deutsche Warenhaus Manufactum, die versuchen, Fast Fashion und Wegwerfgesellschaft mit langlebigen Produkten etwas entgegenzusetzen. Oder iFixit, eine Art Wikipedia für Reparaturanleitungen, eine weltweite Gemeinschaft von Menschen, die sich gegenseitig helfen, Dinge zu reparieren, damit sie nicht so schnell auf den Müll wandern.
(Quellentext: teilweise prosieben.de)

In diesem Jahr hat die EU endlich reagiert und die Rückkehr zur zumindest besseren Austauschbarkeit eingeleitet. Akkus und andere Bauteile müssen auswechselbar sein. Wie das mit den „Sollbruchstellen“ ist weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall ist das der Schritt in die richtige Richtung. Wir erzeugen sonst zu viel Gebrauchsmüll.

...und zuletzt: Luigi Colani, der Ausnahmedesigner
entwarf u.a. für die deutsche Firma „Braun GmbH“ (heute Protector & Gamble Service GmbH, Baden-Württemberg und andere Standorte) sehr viele Produkte. Einer seiner bekanntesten und erfolgreichsten Entwürfe ist die Spiegelreflexkamera Canon T90 (1986), deren ergonomisch gestaltete Form zum Standard geworden ist, auf dem heute noch die EOS-Digitalkameras basieren. Außerdem war er sehr erfolgreich mit biomorphen Industriedisigns, Entwürfe für Autos, Schiffe, Flugzeuge, Möbel Gebrauchsgegenstände und Möbel.

Später habe ich mir noch einen Plattenspieler, ein Radio, zwei Lautsprecher und einen Rasierapparat im Colani Design gegönnt. Da war ich  „rundum glücklich“. Auch diese Geräte funktionieren noch, sind aber jetzt nur noch ganz selten  in Gebrauch. Finde sie aber immer noch gelungen.
Voraussichtlich werden sie mich überleben....denn sie sind ja „unkaputtbar“!

Kategorie: Technik
Rubrik: Industrie
Hochgeladen: 28.11.2025
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Kamera: Canon EOS 7D
Objektiv:
Blende: f/4
Brennweite: 48 mm
Belichtung: 1/15 sec
ISO: 3200
Keywords: Industrieprodukte,
Langlebigkeit


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