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Im Vorbeigehen

Hartmut Frentz
„Kurfürstendamm am Abend“


Sonnenuntergang auf Berlins berühmtester Einkaufs- und Flaniermeile
"Unsere ganze Gesellschaft ist aufgebaut auf dem Ich. Das ist ihr Fluch, und daran muss sie zugrunde gehen."
(Theodor Fontane)
Kategorie: Street
Rubrik: Im Vorbeigehen
Hochgeladen: 13.11.2025
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Kamera: LEICA D-Lux 8
Objektiv: DC VARIO-SUMMILUX 1:1.7-2.8/10.9-34 ASPH.
Blende: f/3.2
Brennweite: 17.9 mm
Belichtung: 1/125 sec
ISO: 200
Keywords: Auf Fontanes Spuren,
Berlin


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Kommentare zum Bild

Lothar Mantel
13.11.2025

Wie gut Fontanes Spruch in die heutige Zeit passt, zeigt sich angesichts der Millionen Selbstdarsteller in den (a)sozialen Medien und der Selfie-Manie mit dem Handy. Deine ausgezeichnet gestaltete Straßenfotografie, Hartmut, schildert in Form und Inhalt die Ambivalenz des Stadtbildes Berlins und beispielhaft das der Großstädte überall. Das warme Streiflicht, die saubere Straße und der edle Schuhladen sind hier Kulisse und der schöne Schein der Oberflächlichkeit. Der müde Bettler, dessen Sneaker neben ihm liegt, wird sich sicher keinen Mephisto-Schuh leisten können. Womit schon fast ein Bogen zu Goethe gespannt wäre. Aber das ist eine andere Geschichte. Klasse Foto!

LG Lothar

KrysN Photographie
14.11.2025

Erschreckend, wie wenig sich an dieser Aussage von Fontane geändert hat und ändern wird. Die Gegensätzlichkeit, hier in deinem klasse street Foto, könnte nicht größer sein: das Nobelgeschäft und der Obdachlose. Die paar angewehten Herbstblätter betonen die Dramatik.
VG Krystina

arteins
14.11.2025

Glanz und Elend einer Großstadt.
VG Wolfhart

oestrich74
14.11.2025

Dir berechtigte Gesellschaftskritik nicht wiederholend ist dies ein richtig gutes Bild.
Kompositorisch liegt der junge Mann genau richtig; nicht in der Bildmitte und dann auch noch ein Drittel der Ladenfront einnehmend . Die angewinkelten Beine sind interessant. Und wie Lothar schon ausführt, bilden seine ausgezogenen Sportschuhe einen schmunzelnden Hingucker, eröffnen aber auch eine Linie mit den Sneakern im Schaufenster. Und dann noch der Kontrast zwischen dem Schicksal des Liegenden und der großbürgerlichen Hausfassade im Spiegelbild.
Top.
LG Michael

Dieter F.Grins
14.11.2025

Der Spendentopf scheint leer zu sein, sonst wäre er nicht umgefallen. Umwerfend eindringlich auch das Street hier von dir, Hartmut.
BG Dieter

brimula
14.11.2025

Traurig...in einer Stadt mit Menschen die sich die Auslagen der teuren Geschäfte leisten können...aber auch der Staat hätte eine Pflicht...Street das betroffen zurück lässt...

gruss brigitt@

Nora
14.11.2025

Das ganze Elend vieler Menschen in einer großen Stadt auf den Nenner gebracht.
VG Nora

Jaspi
14.11.2025

Der Abend zeigt ein anderes Gesicht als der Tag. Leise kommt das Leid in die Strassen zurück, das am Tage verdrängt wird. Der Luxus hinter dem Schaufenster wirkt fast wie ein Hohn zu den abgetragenen Turnschuhen davor. Der Mann sucht in der Wolldecken Wärme und Geborgenheit, die er sonst nirgends zu finden vermag.
Liebe Grüsse
Jacqueline

PeSaBi
14.11.2025

Fontane und Dein Foto sind immer noch aktuell und ich befürchte werden es auch zukünftig bleiben ...
noch mag die Decke reichen ... aber bald kommt der Winter ... gerade heute stand in unserer Tageszeitung, daß bei uns (Kleinstadt mit 52.000 Einw.) wieder Wärmezelte aufgestellt werden ... die Finanzierung ist durch Spenden sichergestellt - wenigstens das funktioniert (noch) ...
HG - Petra

Otto Plohmann
14.11.2025

Das ist in meinen Augen ein sehr gutes sozialkritisches Foto, dass die aktuelle politische Diskussion beschreibt.

VG Otto

Hartmut Frentz
17.11.2025

Hallo Eugen, bezüglich deiner Bedenken empfehle ich dir das Studium meines Beitrages und der anschließenden Diskussion vom 26.03.2025 im Forum / Rubrik Foto-Praxis zum Thema "Zur Abbildung des Menschen im öffentlichen Raum".
Gruß Hartmut

Ida Ernenputsch
19.11.2025

ich habe auch Menschen auf der Straße fotografiert, aber sie immer um Erlaubnis gefragt, dass gehört sich so. Ob hier gefragt wurde, weiß ich nicht. Gestern kam ein Bericht im Schweizer Radio über defensiver Architektur dabei handelt es sich um strategische Baumaßnahmen der Stadt- und Bauplanung gegen unerwünschte Personengruppen siehe Foto. Es kann jedem im Moment passieren, da viele Firmen ins Ausland abhauen und wir hier tausende von Arbeitslosen bekommen, die nichts auf dem Wohnungsmarkt bekommen.
Zieht Euch warm an: Deutschland rast in die Armut. Das ist erst der Anfang.
Hartmut muss es vor seinem Gewissen verantworten was er ablichten will um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Gruß noch in der Wohnung sitzend Ida

Hartmut Frentz
20.11.2025

Hallo Ida,
auch dir empfehle ich die Lektüre der Beiträge zu der o.g. Forumsdiskussion mit dem Thema "Zur Abbildung des Menschen im öffentlichen Raum", was dich eventuell auch zu einem eigenen Beitrag anregt. Ich bitte allerdings um den Verzicht auf apokalyptische Visionen und auf unbegründete Anschuldigungen. Ich habe es nicht nötig, durch gewissenlose Fotos "Aufmerksamkeit zu bekommen".
Gruß Hartmut

Ida Ernenputsch
20.11.2025

Guten Morgen Hartmut
leider sind das keine apokalyptische Visionen. Ich wünschte es wäre so. Natürlich liegt es mir fern, Dir irgend etwas vorzuschreiben. Das muss jeder selbst entscheiden.

Übrigens Deine fotografischen Arbeiten, auf Deinem Profil sind hervorragend
Einen schönen Tag
LG Ida

Ida Ernenputsch
21.11.2025

Guten Morgen Jo
danke für die Information. Das hat ich auch vermutet
Einen schönen Tag Ida

Martin Breutmann
24.11.2025

Es ist richtig und wichtig zu fragen, was Fotografie darf und was nicht. Und es ist gut, dass in diesem Forum sensibel mit dieser Frage umgegangen wird. Beim Betrachten des Bildes erkenne ich Folgendes:

• Das Foto zeigt eine Person, die vor einem Geschäft liegt. Sie ist mit einer Decke zugedeckt, die bis über den Mund gezogen ist, ihre Beine sind angewinkelt. Nichts deutet darauf hin, dass die abgebildete Person konkret hilflos ist.

• Es geht in dem Bild nicht um die konkret abgebildete Person, sondern um die Situation: Das Bild dokumentiert die Tatsache, dass ein Mensch sich vor einem Geschäft auf dem Steinboden zur Ruhe gelegt hat. In seiner klaren Gestaltung verdichtet das Bild den Gegensatz von Wohlstand und Armut.

• Wir sollten dem Fotografen keinesfalls unterstellen, mit dem Foto Aufmerksamkeit für sich generieren zu wollen. Aber wir können feststellen, dass er mit seinem gut gestalteten Bild den Blick im Sinne einer Sozialkritik auf ein gesellschaftliches Problem lenkt: Obdachlosigkeit. Der Hinweis darauf ist ein legitimes Anliegen sowohl journalistischer als auch künstlerischer Fotografie.

Hartmut Frentz hat sein Verständnis von der „Abbildung des Menschen im öffentlichen Raum“ in seinem Beitrag https://www.fotoforum.eu/community/forum/zur-abbildung-des-menschen-im-o... weiter erläutert, auch die weitere Diskussion dazu ist lesenswert.

Nicht die Sichtbarkeit (und das Sichtbarmachen) von Obdachlosigkeit sollte meines Erachtens als Problem benannt werden, sondern ihr Vorhandensein. Aus den oben genannten Gründen sehe ich dieses Bild als einen fotografischen Beitrag zu einer gesellschaftlichen Diskussion, die in journalistischen wie künstlerischen Darstellungsformen ihren Ausdruck finden kann. Das Foto „Kurfürstendamm am Abend“ von Hartmutz Frentz erfüllt diese Kriterien aus meiner Sicht.

Viele Grüße, Martin

Ida Ernenputsch
24.11.2025

Aber die Hobby-Fotografen sollten nicht den Anspruch erheben journalistisceh Themen aufzugreifen. Dies sollten man den Profies überlassen,
Das ist meine persönliche Meinung
Ida

Hartmut Frentz
28.11.2025

An dieser Stelle möchte ich allen Fotofreundinnen und Fotofreunden danken für ihre wohlwollende und verständnisvolle Kommentierung meines kontrovers diskutierten Fotos. Mein besonderer Dank gilt Martin Breutmann, der sich als Herausgeber und Chefredakteur des forum überaus kompetent und überzeugend in die Diskussion um das Bild und um das damit auch verbundene Thema im Forum eingeschaltet hat. Es zeigt sich einmal mehr, welche herausragende Bedeutung die Community und Redaktion dieses Mediums für die individuelle und gesellschaftliche Förderung der Fotografie hat. Ich bin sehr froh, ein Mitglied dieser Gemeinschaft zu sein und empfinde deren Aktivitäten als eine persönliche Bereicherung.
Mit besten Grüßen, Hartmut