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Nordeuropa

Dieter F.Grins
„Lost Place“



Qullissat ist der einzige Ort mit Stadtstatus in Grönland, der vollständig entvölkert wurde, und damit auch der mit Abstand ehemals größte verlassene grönländische Ort. Das Gebiet der Gemeinde Vaigat, die zuletzt nur noch in Qullissat bewohnt war, wurde in die Gemeinde Qeqertarsuaq integriert. Die Aufgabe von Qullissat hatte große Folgen für die Bevölkerung. Die meisten durften nicht dorthin ziehen, wo sie es wünschten. Die Minenarbeiter fanden keine Anstellung mehr in ihrem Beruf und mussten sich anderen Jobs widmen, die keiner Ausbildung bedurften, was mit einer Einkommenssenkung einherging. Zudem zogen die meisten Bewohner von ihren eigenen Häusern in teure Wohnblocks, die in den Städten errichtet worden waren, um die sprunghaft wachsende Bevölkerung auffangen zu können. Man geht davon aus, dass die Zwangsumsiedlung der Bevölkerung von Qullissat eine bedeutende Ursache für soziale Probleme in Grönland ist. Die Stadt gilt als ein Sinnbild für die problematische postkoloniale Politik Dänemarks in Grönland und die Aufgabe wird als einer der größten Skandale der dänisch-grönländischen Geschichte betrachtet. (Wikipedia)
Kategorie: Reise
Rubrik: Nordeuropa
Hochgeladen: 19.11.2023
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Kamera: Canon EOS 5D Mark II
Objektiv: Canon EF 24-105mm f/4L IS USM
Blende: f/11
Brennweite: 105 mm
Belichtung: 1/50 sec
ISO: 100
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Kommentare zum Bild

Michael Dehms
19.11.2023

Ja, das sind die bekannten Probleme, die entstehen, wenn Regierungen Entscheidungen über Regionen treffen, von denen sie den gesamt-systemischen Zusammenhang (sozial, ökonomisch, kulturell, ...) nicht verstehen.
Gruß Michael

KrysN Photographie
19.11.2023

Ein ganzer Ort als Lost Place, fotografischer sicher faszinierend, was die Menschen betrifft, eher sehr grenzwertig. Haben sie doch über zwei Generationen dort gelebt.
VG Krystina

Lothar Mantel
20.11.2023

Das Panorama des Ortes wird noch beeindruckender, wenn man die Umstände bedenkt. Wie sinnbildlich drücken die Wolken von oben auf die Landschaft. Sonnenschein wäre hier fehl am Platz.
Danke für diese Geschichte, von der ich bisher keine Ahnung hatte.

BG Lothar

Brida
20.11.2023

Auf den ersten Blick kam mir gleich ein Adventskalender in den Sinn. Die vielen bunten Häuschen, teils auch in ihrer Anordnung, vermittelten mir diesen Eindruck. Und Adventskalender = Idylle, friedliches Leben, Stille, Besinnlichkeit, Frieden.
Nun bekommt die "Stille" eine andere Note. Denn ich las deine Geschichte dazu. Die Idylle bekommt einen faden, eingetrübten Beigeschmack. Die Dinge sind eben nicht immer wie sie scheinen ... Danke für dein Geraderücken meiner romantischen Anwandlungen.